Schreiende Kleinkinder, pubertierende Jugendliche, Ärger in der Schule, anfallende Aufgaben im Haushalt oder die simple Frage „Was gibt es heute zu essen?“ – all das kann schon mal einen kleinen Weltkrieg in der Familie auslösen. Mit Streit und Stress in der Familie ist keiner alleine, nur mag niemand so wirklich drüber sprechen. Ist Konfliktmanagement im Business angekommen, so haben wir da noch einiges nachzuholen in der Familie. Denn Harmonie fällt nicht vom Himmel, sondern muss aufgebaut werden – von jedem! Es gibt aber so manch einen Rat, wie es besser funktioniert…

Familie Stress

Manchmal ist einfach alles Chaos – in jeder Familie.

Klare Regeln ausmachen!

A und O eines harmonischen Familienalltags sind klare Regeln. Dabei ist nicht wichtig, dass immer der gleiche eine Aufgabe übernimmt, sondern dass das „Wie“ klar ist. Das kann der sonntägliche Rat sein, bei dem ein Essensplan für die Woche aufgestellt wird oder eine To-Do-Liste, in die jede Woche Namen eingetragen werden. In der Arbeit besprecht ihr schließlich auch im wöchentlichen Meeting, wer welche Aufgabe übernimmt – das geht auch in der Familie. Das eliminiert übrigens auch die immerwährende Diskussion unter Geschwistern, wer nun eigentlich mehr macht, schließlich wird dokumentiert, wer was erledigt.

Kleinere Kinder können freilich noch nicht so viel mithelfen, sollten aber trotzdem integriert werden, um von Anfang an zu lernen, dass ein Haushalt sich weder von alleine macht, noch Mama für alles zuständig ist. Klare Regeln helfen da sehr!

Stressauslöser: Dreckiges Geschirr, Wäsche, Putzen

Kaum eine Familie kommt um diesen Kriegsschauplatz herum: Haushalt. Bei vielen würde da schon eine Bügelhilfe einmal im Monat oder eine Putzfrau alle zwei Wochen helfen – das kostet zwar extra, schenkt euch aber Nerven und Zeit. Und Zeit ist ein wesentlicher Punkt, der Familien heute fehlt. Eine neue Studie zeigt, dass immer mehr Eltern aufgrund mangelnder Zeit gestresst sind, und dass das wiederum Kinder krank werden lässt! Bauchweh oder Reizbarkeit können die Folge sein, wenn Mama und Papa kaum Zeit haben. Auch ein voller „Stundenplan“ mit Musikfrüherziehung, Sport und Freizeitprogrammen stresst nicht nur Kinder, sondern auch Eltern. Tut euch also den Gefallen und lasst mehr Leerlauf: ein entspanntes Picknick im Park anstelle schnellem Mittagessen und anschließendem Reitunterricht entspannt euch alle!

Kindern beim Verbalisieren helfen!

Schlechte Stimmung kommt aber nicht nur bei Stress auf, sondern auch, weil Kindern oft die Mittel fehlen, um schlechte Laune, Ängste oder Sorgen zu verbalisieren. Schafft euren Kindern also unbedingt Raum, um solche negativen Gefühle zu äußern und zu verarbeiten – dabei ist besonders wichtig, dass ihr ein gutes Vorbild seid.

Im Blog Die Krümelmonster AG sind wir auf eine tolle Idee gestoßen, wie Groß aber vor allem auch Klein solche Nöte verbalisieren und dann auch verarbeiten kann: Mit Ümpfen! Bitte was? Das sind kleine, einäugige Zyklopen, die in einem Glas leben – mit ihren großen Ohren und dem dicken Fell können sie Ärger, Stress, Sorgen oder Wut wunderbar aufnehmen. Vor allem für Kinder ist das ein sehr bildlicher Weg, um diese Dinge loszuwerden. Sie können ihre Gedanke in das Glas hineinsprechen, rufen, jammern, flüstern oder auch brüllen und anschließend das Glas des Umpfs gut verschließen. Damit bleiben die Sorgen im Glas und das Kind kann sich davon befreien!

So sieht das Umpf aus.

So sieht das Umpf aus.

Ihr könnt euren Kindern dabei helfen oder sie auch alleine lassen, wenn sie dem Umpf gerne ein Geheimnis anvertrauen wollen. Das Wesentliche ist, dass das Kind lernt, solche Dinge auszusprechen und ein Mittel zu finden, wie es damit umgehen kann.

Für ältere, pubertierende Kinder wäre es auch eine Lösung, die Unmut auf ein Stück Papier zu schreiben, das dann anschließend mit aller Kraft in eine Ecke gedonnert werden darf. So gebt ihr eurem Kind ein Ventil und es muss die schweren Gedanken nicht mit sich herumschleppen.

Gemeinsame Zeit gestalten

Es gibt zwei Formen gemeinsamer Zeit in der Familie: Alltag und besondere Unternehmungen. Neben all den Verpflichtungen ist es wichtig, dass jeden Tag Raum für Familienzeit vorhanden ist. Wichtig für Kinder ist dabei vor allem eine klare Struktur des Tages, sodass sie wissen, wann Mama und Papa da sind und auch Zeit haben. Mögliche Räume dafür sind:

  • Jeden Tag gemeinsam Frühstücken – Achtung: Nichts für Morgenmuffel
  • Jeden Tag gemeinsam Abendessen zu einer festen Uhrzeit
  • Jeden Tag eine halbe Stunde kuscheln
  • Jeden Tag etwas vorlesen, etwa vor dem Einschlafen
  • Jeden Tag eine Stunde an die frische Luft: Garten, Park, Wald, See…
Diese Zeiträume sollten feste Rituale für euch sein – eins davon genügt meist schon, um für mehr Harmonie zu sorgen. Dabei gilt: Smartphones, Telefone, Fernseher, Tablets oder Computer haben nichts in der Familienzeit zu suchen!

Besondere Unternehmungen finden meist am Wochenende statt und arten bei manchen Familien in teure Anstrengungen aus. Reizüberflutet und knätschig sind die Kinder am Ende und die Eltern einige Euros ärmer. Sucht euch lieber ruhige, günstige Unternehmungen…

  • Radtour ins Umland
  • Im Park: Federball spielen, Slackline spannen, Ball-Spiele, Freunde mit einladen, im Winter rodeln und einen Schneemannbauen
  • Ausgiebiger Waldspaziergang mit „Was ist das?“-Fragen
  • Picknick im Grünen und vorher gemeinsam Leckereien kochen/einkaufen
  • Gemeinsam kochen und backen
  • Ausgiebig basteln – Ideen gibt es online millionenfach!
  • In (kindgerechte) Museen gehen und „Was siehst du?“ spielen
  • Eine Schnitzeljagd veranstalten

Bilder: Angela Waye, shutterstock.de / Krümelmonster AG