Ich zählte vor meiner Schwangerschaft zu den Glücklichen, die keine Figurprobleme hatten. Ich habe kaum Sport getrieben und konnte fast alles essen, was ich wollte. Natürlich in Maßen. Denn nach 33 Jahren kennt man seinen Körper in und auswendig und weiss genau was der Körper verträgt, um nicht aus der Form zu geraten. Dann wurde ich schwanger und hatte auf einmal 25 Kilo mehr auf den Rippen. Mir wurde klar: Nichts ist mehr wie es war. Heute, genau 1 Jahr später, weiss ich, was ich vielleicht doch hätte anders machen sollen.

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Und auf einmal ist alles anders

Es gibt diese Schwangeren, die einfach toll in der Schwangerschaft aussehen und nicht übermäßig zunehmen. Die Haut ist rosig, der Busen groß und man hat dieses Strahlen von innen. Klar, geht jede Neu-Schwangere davon aus, zu diesem ausgewählten Personenkreis zu gehören. Bei mir war das nicht so. Ich hatte 33 Jahre lang nie Figurprobleme und meine Gewichtsschwankungen waren kaum der Rede wert. Ich habe gern gegessen, selten Sport getrieben und wenn die Jeans gezwickt hat, habe ich für ein paar Tage auf Pizza verzichtet und schon hat sie wieder gepasst. Ich habe gern geschlemmt, jedoch in Maßen und nicht täglich. Bis zu meiner Schwangerschaft. Ich hatte einen Heißhunger auf Ungesundes und da mir fast die gesamte Zeit übel war, habe ich meinen Gelüsten nachgegeben. Ich habe nicht sonderlich viel gegessen, jedoch das, was ich gegessen habe, hat eingeschlagen. Ich habe jede Nacht fast 1 Liter kalten Kakao getrunken. Ich war wie ferngesteuert. Auch wenn ich mir noch so sehr vorgenommen habe, darauf zu verzichten: Ich war Kakao-süchtig. Meine Ärztin schimpfte und meinte, ich leide an Zucker. Nein, es war der Kakao.

Mit 25 Kilo mehr auf den Rippen machte auch der Sport keinen Spass mehr, somit habe ich das auch gelassen. Fahrrad gefahren bin ich gegen Ende nur, weil mir das Laufen zu mühselig war. Ich habe die letzten vier Monate gehofft, es wäre doch nur Wasser und Kind. Aber ich wurde nach der Geburt eines besseren belehrt. Ich habe doch glatt meinen Krankenhauskoffer mit meiner alten Jeans gepackt. Das hätte ich mir sparen können, denn die passte erst ein Jahr später wieder. In der Schwangerschaft war ich ein anderer Mensch: inkonsequent und von Hormonen durchflutet. Ich hatte das Gefühl, mein Körper verselbstständigt sich. Alle guten Vorsätze sind dahin gewesen.

Was ich heute anders machen würde

Nachdem nun alle Schwangerschafts- und Stillhormone meinen Körper verlassen haben, weiss ich natürlich was ich heute anders machen müsste. Ich würde weiterhin, oder in meinem Fall, von Anfang an Sport treiben. Natürlich sind gefährliche Sportarten wie Reiten, Skifahren oder ähnliches mit Vorsicht zu genießen; jedoch spricht nichts gegen Walken, Radeln oder Gymnastik. Je fitter man in der Schwangerschaft bleibt, desto einfacher ist es, danach wieder in Form zu kommen. Ich wünschte, ich könnte die Zeit noch einmal zurückdrehen, vieles anders machen und auf meinen heutigen Ratschlag hören. Der innere Schweinehund muss klar besiegt werden. Natürlich soll keine Frau während der Schwangerschaft hungern oder gar Diät halten. Allerdings gibt es einige Kilo-Fallen, denen man unbedingt widersagen sollte. In meinem Fall waren es hauptsächlich die ungesunden Getränke, die mein Gewicht in die Höhe schellen liessen. Ich hatte ein ungeheuerliches Verlangen nach Spezi, Zitronenlimo und Kakao. Zum Ausgleich und aus schlechtem Gewissen, habe ich zusätzlich Gemüsesäfte getrunken. Ich wäre heute viel konsequenter. Die Lust nach Kakao und Spezi hat sich nach der Geburt schlagartig gegeben. Heute trinke ich wieder Wasser und Tee.

Weiterhin Sport treiben

Frauen, die auch vor der Schwangerschaft sehr sportlich waren, sind klar im Vorteil. Das Bindegewebe wird in der Schwangerschaft sehr weich und das, in Kombi mit den neuen Fettpölsterchen, ist unschön. Die Ammenmärchen, dass Frau beim Stillen Gewicht verliert, haben sich in meinem Fall nicht bewahrheitet. Erst, als ich wieder meine normalen Essgewohnheiten angenommen und abgestillt habe, sind die Kilos gepurzelt. Auch wenn das sehr schwierig für manch Schwangere ist – bei mir war das jedenfalls so – sollte man sich zur Bewegung zwingen. Ausgedehnte Spaziergänge, soweit die Schwangerschaft problemlos verläuft, sind wirklich hilfreich. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass einem die Müdigkeit, der Bauch und oftmals auch der Rücken zu schaffen machen und einem schlichtweg die Motivation fehlt. Mir hätte zu Anfang der Schwangerschaft lediglich ein Bild von mir im zehnten Monat und danach gefehlt. Dieses hätte ich mir an den Kühlschrank geklebt und ich glaube, ich hätte mich doch das eine oder andere Mal zu einer Gymnastikstunde aufraffen können.

Rückbildungs- und Schwangerschaftsgymnastik: Rechtzeitig anmelden

Ich war anfangs noch sehr motiviert und bin einmal zu einer Schwangerschaftsgymnastik gegangen. Danach nie wieder. Heute weiss ich, dass ich mir einfach einen Kurs in der Nähe hätte suchen sollen. Stattdessen wollte ich unbedingt ein schickes Ambiente und bin daher durch die ganze Stadt gefahren. Eine Woche später war mir der Aufwand einfach zu groß. Auch habe ich mich nicht rechtzeitig zu einer Rückbildungsgymnastik angemeldet. Nachdem ich nach der Geburt endlich fit genug war, waren alle Kurse in meiner weiteren Umgebung komplett ausgebucht. Der Andrang war enorm. Ich habe mir also hochmotiviert eine DVD  bestellt und diese natürlich nur einmal eingelegt. Eine regelmäßige Rückbildungsgymnastik ist sicherlich sehr hilfreich. Ich habe nur leider den Zeitpunkt verpasst. Auch diese Erfahrung hat mir gefehlt. Heute würde ich mich frühzeitig in der Nähe anmelden.

Jede Frau durchlebt sicherlich ihre Schwangerschaft anders. Manche haben Glück, manche durchleben eine beschwerliche Zeit. Das Endresultat entschädigt jedoch alles. Die Hauptsache ist doch, dass es dem Baby gut geht. Jedoch darf man sich als Schwangere und Mama nicht allzu sehr in den Hintergrund stellen und sich diesen teils seltsamen Gelüsten und dem inneren Schweinehund ergeben. Wichtig ist, dass man sich während und nach der Schwangerschaft wohl fühlt.