Das erste Fahrrad: ein Spielrad, mit dem die Kleinen noch nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Doch irgendwann geht’s hinaus in die große Welt, von der man sagt, dass die Autos und andere Verkehrsteilnehmer fahren, wie sie wollen. Wir haben mit Bloggerin Sabine gesprochen, die selbst vier Töchter hat und uns verrät, wie sie trotz des Chaos im Straßenverkehr mit den Kleinen ganz cool bleibt.

Aller Anfang ist schwer, aber wenn die ersten Schritte hin zum Fahrradfahren erst mal gemacht sind, läuft’s wie geschmiert.

Bevor’s aufs Rad geht: Worauf ist zu achten?

Verkehrssicherheit des Rades

Zu allererst solltet ihr darauf achten, dass die Fahrräder eurer Kleinen verkehrssicher ausgestattet sind. Dazu gehören zumindest:

  • zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • eine nicht zu leise Klingel
  • ein Dynamo
  • eine weiße Lampe vorne
  • ein rotes Rücklicht mit Reflektor
  • ein weißer Reflektor vorne
  • ein roter Reflektor und zusätzlich ein roter Großflächenreflektor für hinten
  • vier gelbe Katzenaugen an den Reifen oder in den Speichen
  • rutschfeste und festverschraubte Pedalen, die mit je zwei Pedalreflektoren ausgestattet sind

Achtung: Gesetzlich besteht zwar keine Helmpflicht, für euch und eure Kids sollte es aber Pflicht sein: Auf jeden Fall IMMER einen Helmschutz tragen!

Sicherheit auf dem Fahrrad

Bevor es überhaupt losgeht im Straßenverkehr, sollten die Kinder wirklich sicher auf dem Fahrrad sein. Da unterscheidet sich das „Fahrradfahren können“ gewaltig von „das Rad beherrschen“. Vor allem das Bremsen, Anfahren und Absteigen war Sabine, die auf ihrem Blog rathatouille.com fröhlich kleine Geschichten aus ihrem Familienleben schreibt, sehr wichtig:

„Bevor ich mit meinen Kindern angefangen habe, kleine Wegstrecken mit dem Fahrrad zu fahren, mussten alle wirklich gut bremsen und selbständig anfahren und absteigen können. Das war mir sehr wichtig, da man auch auf dem Gehweg immer wieder schnell reagieren muss und ich mich in diesem Punkt auf das Können meiner Kinder verlassen muss.“

Als Faustregel gilt: Ab ungefähr 6 Jahren können sich Kinder auf dem Rad mit Begleitung von Erwachsenen (!) sicher im Straßenverkehr bewegen!

Doch bis man erst einmal zu diesem Punkt gelangt, ist es ein langer Weg, der für die Kinder genauso mühsam ist wie für die Eltern. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) gibt Tipps, wie Kinder das Fahrradfahren richtig erlernen und wie sie fit für den Straßenverkehr werden.

Wichtig

Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen die Gehwege zum Fahrradfahren benutzen! Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit dem Fahrrad auf dem Gehsteig fahren.

+) Eltern sollen in Zukunft mit ihren Kindern auf dem Bürgersteig fahren dürfen!

Nur kein Stress und gleiche Strecken fahren

Sicher mit allen Kids durch den Straßenverkehr: Das geht nur ohne Stress!

Anfangs ist es außerdem auch das A und O, nur keinen Stress zuzulassen. Sabine hat für die Kleinen viel Zeit eingeplant, damit sie sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren können. „Gerade das Überqueren der Straßen dauert einfach ein bisschen länger und da ist es wirklich hilfreich, wenn einem nicht die Zeit im Nacken sitzt.“

Zu Beginn hilft es außerdem, öfter die gleiche Strecke zu fahren, zum Beispiel zum Kindergarten oder zum Einkaufen. Sabine: „So können meine Kinder selbständig die schwierigen Situationen besser einschätzen.“

Das Wichtigste für Sabine ist aber, dass die Kinder erkennen, dass sie „immer auf die Mami hören müssen“. Denn der Verkehr verzeiht keine Fehler und man bekommt selten eine zweite Chance. „Von daher freue ich mich immer noch jedes Mal, wenn wir gesund und munter am Ziel angekommen sind.“

Praktisches für Mami und Kind

Zwei Kindersitze auf dem Fahrrad? Auch das ist möglich. Ein Pedelec erleichtert hier natürlich ungemein!

Kindersitz für die ganz Kleinen: Bevor das Kind selbst zu fahren beginnt, kann es trotzdem in einem praktischen Fahrradsitz überall hin mitgenommen werden – bequem und vor allem sicher sollte der aber sein! Sabine hat sich für ihre Nummer 4 für den BRITA Römer Jockey Comfort entschieden: „Hier kann ich die Kopfstütze der Körpergröße meines Kindes anpassen, die Rückenlehne verstellen und das Gurtsystem ist sehr einfach zu bedienen.“

Tipp für die größeren Radler: Ein „Follow-me“ ist eine praktische Tandemkupplung, mit der das Kinderfahrrad ganz leicht an das Elternfahrrad angehängt werden kann, wenn die Tour mal zu lang wird oder kein Fahrradweg vorhanden ist. In den FAQ’s dazu findet ihr weitere Informationen darüber.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Radfahren und danken Sabine für das tolle Interview!

Bilder:

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