Nach der Schule folgt die Lehre, nach der Lehre die Arbeit. Und dann kommt die Familie. Meistens bleibt danach keine Zeit mehr, wieder in den Beruf einzusteigen. Elke Peetz hat nach der Elternzeit das Projekt Familie und Beruf in der Selbstständigkeit erfolgreich verwirklicht. In einem Interview erklärt sie, wie sich beides verbinden lässt.

Unabhängig in der Selbstständigkeit

Elke hat zwei wundervolle Kinder, ein und drei Jahre alt. Daneben arbeitet sie als selbstständiger Life-Coachund berät Frauen beim erfolgreichen Meistern der Karriereleiter. Ihre Entscheidung, neben der Familie zu arbeiten, war keine leichte:

Als Mutter hat man ja nun mal auch eine gewisse Verantwortung der Familie gegenüber. Wichtig war mir vor allem, dass mein Mann hinter mir stand.
Elke mit Kindern

Elke Peetz mit ihren zwei kleinen Kindern

Ein sehr entscheidendes Kriterium. In einer Diskussionsrunde im ZDF zum Thema „Wie schaffen das die neuen Mütter“ mit Peter Hahne, bestätigt die FAZ-Autorin Judith Lembke diese Aussage: „Frauen, die Karrieren anstreben, haben auch meistens Männer an ihrer Seite.“ Trotzdem wagte sie den Elke Schritt in die Selbständigkeit. 

Während der Elternzeit mit meinem ersten Kind hatte ich den erforderlichen Abstand, um mir über meine persönliche und berufliche Zukunft Gedanken zu machen. Zufällig stieß ich auf die Ausbildung der renommierten Soziologin Dr. Martha Beck. Während der Ausbildung habe ich gemerkt, dass mir die Tätigkeit als Life Coach viel Freude bereitet und Kraft gibt. Die Selbständigkeit war dann nur der nächste logische Schritt.

Wenn Kinder Mütter kriegen, die arbeiten

Sicher, Kinder und Karriere sind Aufgaben, von denen eine allein einen bereits an die Grenzen von Kraft und Belastbarkeit bringen kann. Wenn Mutter oder Vater aber den beruflichen Ausgleich zur Familie brauchen, sollten sie verschieden Probleme vorab beleuchten und beseitigen. Elke hat die 100 wesentlichsten Probleme auf ihrer Website zusammengestellt – und bereits die passenden Lösungen dazu gefunden. Des Weiteren sollten Eltern ihre Zeit gut einteilen, Aufgaben delegieren und Strukturpläne entwerfen. Die Kinder der berufstätigen Eltern sehen die Arbeit ihrer Väter und Mütter übrigens positiv! In der Kinderstudie vom Kinderhilfswerk World Vision wurden Sechs- bis Dreizehnjährige gezielt gefragt, wie sie es finden, dass ihre Eltern arbeiten. Die meisten sind mit der aktiven Lebensgestaltung sehr zufrieden. Dass das auch für die arbeitenden Mütter gilt, beweist Elke:

Vieles ist möglich, auch mit kleinem Baby zuhause. Man lernt die wenige Zeit effizient zu nutzen und geduldiger zu werden. Aber ja, freie Zeiteinteilung und die Möglichkeit von überall aus auf der Welt arbeiten zu können, das fand ich schon lange erstrebenswert.

Die Selbstständigkeit als Erfolgsmodell

Elke Peetz

Elke ist mittlerweile erfolgreicher Life-Coach und Mutter

Damit die Zeit für alle anfallenden Aufgaben ausreicht, hat Elke die Selbstständigkeit gewählt. Dadurch kann sie ihre Ressourcen frei einteilen, von zu Hause aus arbeiten und hat keine bindenden Arbeitszeiten. Trotzdem: „Selbständig sein ist nicht für jedermann etwas. Mit der Unsicherheit und dem Gefühl, dass eigentlich immer noch mehr Arbeit da wäre, muss man umgehen können.“ Wer kein Geschäftsmodell für den freien Beruf hat, kann auch beim Arbeitgeber nach einer Teilzeitstelle fragen. Besonders nach der Elternzeit ergeben sich gute Chancen stundenweise in den Beruf wieder einzusteigen.

Die Elternzeit bietet die Sicherheit nach bis zu drei Jahren wieder an den alten Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Während dieser Zeit ist es aber unter gewissen Umständen möglich bis zu 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Das ist der entscheidende Vorteil, den ich in der Elternzeit sehe. Es ist das Sicherheitsnetz, das für die ersten Jahre gespannt bleibt. So fällt es leichter, den Mut für den neuen Anfang zu finden.
Arbeitende Familien sind darüber hinaus in Nachbarländern wie Frankreich das typische Familienmodell. Kind und Karriere sollte also auch in Deutschland bald ein selbstverständliches, bejahtes Familienmodell werden.

 

Wir bedanken uns bei Elke Peetz für das Interview und die bereitgestellten

© Nina Herr; David Petz

 

Beitragsbild: Dmitriy Melnikov / panthermedia.de