Das erste Kind krempelt nicht nur das eigene Leben gehörig um, sondern auch die Freundschaften, die man vorher so gepflegt hat. Kinderlose Freunde können nicht immer verstehen, wieso man sich so verändert hat. Und durch Babygruppen und Müttertreffs lernt man viele neue Leute kennen, die die neue Lebensrealität teilen. Der Spagat zwischen dem Kind, den eigenen Bedürfnissen und Freunden ist oft schwer, weiß auch Blogger-Mama Bine.
Mamas und ihre Babys

Die Kluft zwischen Eltern und Nicht-Eltern

Gehört hat man das schon vorher mal, aber bei den eigenen Freunden konnte man sich das nicht vorstellen: Dass sich die Freundschaft ändert, sobald ein Baby da ist. „Die eine oder andere Freundschaft zu Nicht-Eltern hat sich verändert. Damit hätte ich vor der Schwangerschaft auch nicht gerechnet. Die Prioritäten verschieben sich in der Tat. Da ist auf einmal dieser kleine Mensch, der vollkommen instinktgesteuert handelt und auf den ich mich einlassen muss. Das passt nicht immer zu den Aktivitäten von früher.“ Da werden Gespräche schon mal von Geschrei unterbrochen oder sind thematisch sehr vom neuen Leben bestimmt.

Gleichzeitig verändert sich natürlich auch der Alltag der Eltern – vor allem der der Mütter. „Nicht-Eltern den neuen Lebensrhythmus zu erklären, ist nicht immer einfach und kann so manche Freundschaft auf eine Belastungsprobe stellen. Vielleicht muss man erst Mutter werden, um es nachvollziehen zu können. Einsam fühle ich mich aber nicht. Denn es haben sich auch schöne neue Kontakte entwickelt und andere Beziehungen sogar intensiviert.“ Oft suchen sich Mütter sehr schnell Babygruppen, in denen nicht nur sie, sondern auch ihr Kind Freunde findet.

Neue Freunde finden

Auch Bine und ihr Mann haben mit ihrem Sohn schon einiges ausprobiert: Babyschwimmen, ein Spiel- und Bewegungskurs und Pekip. Letzteres steht für Prager-Eltern-Kind-Programm und soll vor allem die Eltern-Kind-Bindung stärken sowie die geistige und motorische Entwicklung des Babys fördern. Solche Kurse werden von einem Gruppenleiter geführt und gemeinsam wird Gesungen, Gespielt und Beobachtet. „Pekip kann ich generell jeder Mutter empfehlen. Wir haben daran teilgenommen, als mein Sohn vier Monate alt war. Der Kurs ging insgesamt über ein Dreivierteljahr. Mein Kleiner hatte jede Menge Spaß und ich fühlte mich als frisch gebackene Mutter sehr gut aufgehoben. Wir versuchen den Kontakt auch über den Kurs hinaus zu halten.“

Braucht auch das Baby Freunde?

In den Gruppen geht es natürlich zunächst einmal um einen Austausch zwischen den Eltern – Babys können ja noch weniger kommunizieren. Gleichzeitig ist die Frage nach Freunden für das Kind auch für Bine eine relevante. Denn ihr Sohn geht bislang noch in keine tägliche Betreuungseinrichtung, sondern wird von ihr großgezogen. „Soziale Kontakte halte ich für unerlässlich. Allerdings ist mein Sohn erst 14 Monate alt. Dennoch stelle ich mir hin und wieder die Frage, ob er jetzt schon regelmäßig Spielkameraden benötigt. Aus diesem Grund besuchen wir immer wieder Spiel- und Krabbelgruppen. Um ihn nicht mit Aktivitäten zu überfluten, wähle ich gezielt und immer nur einen Kurs aus.“ Auch auf ihrem Blog war das bereits ein ausführliches Thema und ihr könnt hier mehr dazu lesen.

Nur noch Mama sein?

Meist verändert sich vor allem das Leben des Elternteils, das zunächst daheim bleibt. Und das ist heute noch zumeist die Mutter. Und so gerne diese meist die Aufgabe des Erziehens übernehmen, so sehr gehört es auch dazu, dass es Momente der Erschöpfung gibt. Die Abhängigkeit des Babys macht jeder Mutter einmal zu schaffen. Auch Bine kennt solche Momente, wie sie etwa hier im Post berichtet. „Mein Sohn steht immer an erster Stelle. Das ist richtig und auch gut so. Ab und an fehlt mir die Selbstbestimmtheit von früher. Einfach eine Stunde länger schlafen ist nicht möglich oder auf einen spontanen Kaffee alleine mit einer Freundin treffen. Aber ich weiß, dass das alles wieder kommt. Und mit ein wenig Organisation geht das auch heute noch, wenn auch eingeschränkter.“

Mama Bine bloggt
Bine ist 33 Jahre alt und hat einen einjährigen Sohn. Ihr Blog soll unter anderem dazu dienen, ihrem Sohn später eine schöne Erinnerung an seine Kindheit zu sein. Deshalb könnt ihr bei ihr Geschichten aus dem Familienalltag lesen, aber bekommt auch allerlei Rezepte, Ausflugtipps oder Bastelideen an die Hand.

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