Emma ist Mutter zweier wunderbarer Zwillingsmädchen. Doch der Weg bis dahin war lang. Künstliche Befruchtungen, Fehlgeburten und Inseminationen – Emma hat nie aufgeben, für ihren Kinderwunsch zu kämpfen. In einem Interview spricht sie ganz offen, wie sie ihren Weg erlebt hat, wie ihr Umfeld darauf reagierte und dass sie sogar darüber nachdenkt, noch ein Kind zu adoptieren.

In-Vitro-Fertilisation

Viele Paare sind ungewollt kinderlos. Mit Hilfe von künstlicher Befruchtung lässt sich ihr Kinderwunsch oftmals trotzdem erfüllen.

6 Millionen Menschen: ungewollt kinderlos

Ein Sechstel der 25 -59 jährigen ist ungewollt kinderlos. Die Ursachen dafür sind zahlreich und nicht auf eine Geschlechtergruppe begrenzt. In 10 Prozent der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt. Viele entscheiden sich dann für eine künstliche Befruchtung. Das Zeit-Magazin hat dazu über das Jahr 2013 einige Daten gesammelt und in einer Infografik ausgewertet. Auch Emma gehörte zu dieser Gruppe: „Mein Mann und ich wollten einfach schon immer gemeinsam Eltern werden, dieser Wunsch war zutiefst in uns verwurzelt.“ Doch auf dem natürlichen Weg sollte es nicht gehen. Zwei Inseminationen, vier In-Vitro-Fertilisationen und zwei Fehlgeburten später wurden sie glückliche Eltern von Zwillingsmädchen. Über ihre Geschichte schreibt sie seitdem regelmäßig auf ihrem Blog.

Künstliche Befruchtung

Den Weg über das Reagenzglas scheuen bisher noch viele Paare. Vor allem aus ethischen Gründen. Dafür wurden in Deutschland das Embryonenschutzgesetz erlassen. Für Emma und ihren Herzenswunsch nach einem eigenen Kind war es insgesamt eine wichtige Entscheidung: „Für uns war das der richtige Weg, wir haben uns mit unserer Ärztin und der Praxis sehr wohl gefühlt, wir wurden rundum betreut. Unser Umfeld haben wir erst sehr spät, vor unserer dritten In-Vitro-Fertilisation eingeweiht. Wir wollten frei von Vorurteilen und Gedanken Außenstehender sein und nur auf uns und unser Gefühl hören, um unseren Weg zu finden. Ich würde das wieder so machen, vielleicht würde ich bis zum Outing auch noch länger warten.“

Unter dem Begriff der künstlichen Befruchtung versteht man übrigens verschiedene Methoden:

1. Insemination
Hier werden vorher entnommene Samenzellen direkt in den Genitaltrakt der Frau eingeführt.
2. In-Vitro-Fertilisation (IVF)
Die bekannteste Art der künstlichen Befruchtung. Dabei werden sowohl Mann als auch Frau Sperma bzw. Eizellenentnommen und im Reagenzglas zur spontanen Befruchtung gebracht. Eine Unterform der IVF ist die ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Hier werden die Spermien mit Hilfe einer Mikronadel direkt in die Eizelle eingespritzt. Die befruchtete Eizelle wird anschließend in die Gebärmutter eingepflanzt. (Ausführliche Informationen finden Sie hier)

Bei einer künstlichen Befruchtung ist es oftmals der Fall, dass die Eizelle nicht aufgenommen wird und mehrere Sitzungen notwendig sind.

Endlich schwanger

Umso schöner ist es, wenn die Bemühungen und Kosten letztendlich belohnt werden. Auch für Emma war die Schwangerschaft und Geburt ihrer Zwillinge etwas ganz besonderes. Zuvor hatte sie sich auch schon über eine Adoption erkundigt. „Wir waren irgendwann an einem Punkt, an dem wir uns damit auseinandersetzen mussten, dass ich vielleicht niemals schwanger werde und ein Kind gebäre. Dieser Wunsch danach ein Kind zu adoptieren oder in Dauerpflege zu nehmen war allerdings kein Ersatz für unseren Wunsch, eine Schwangerschaft und Geburt zu erleben, sondern ist ein eigenständiger Wunsch geworden. Er hat weiter Bestand und wird hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt in Erfüllung gehen.“ Aktuell sind Emma und ihr Mann auch schon offizielle Bewerber für eine Adoption oder Dauerpflege. Ihren Kinder will sie ihren Entstehungsweg übrigens nicht verschweigen: „Irgendwann werden wir den Mädchen von ihrem langen Weg auf diese Welt erzählen.“

 

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