Mit vier Leuten in einem Campingwagen in den Urlaub? Ist das auf Grund der Enge nicht anstrengend? „Nein!“ findet Martina vom Blog „Die Kinderküche“ und verrät euch hier, warum es sich lohnt mit dem Camping-Wagen in den Familienurlaub zu düsen, sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und was ihr machen könnt, wenn es auf dem Zeltplatz aus Kübeln schüttet.

 Lagerfeuer

Camping mit der ganzen Familie macht Spaß und ist aufregend!

Das gewisse Etwas: Camping ist großartig!

Was für viele unvorstellbar oder für immer ein Traum bleibt, hat Bloggerin Martina für sich und ihre Familie wahrgemacht: ein eigener Campingwagen. Auf die-kinderkueche.de erzählt die 38Jährige, die derzeit mit ihrer Familie in München lebt, von ihren Erlebnissen mit dem Wohnwagen, von Rezepten und Kindergeburtstagen mit Übernachtung im Zelt. Und „über den Alltag als Mutter, den Stress als arbeitende Mutter und alles andere schreibe ich hier auch.“

„Wertvolle Familienzeit fern des stressigen Alltags.“

Durch ihre eigenen Kindheitserinnerungen inspiriert, „Wir lagen zu fünft auf einer großen Liegefläche und haben wochenlang auf einer Wiese eines französischen Bauern kampiert“, wollte Martina mit ihrer Familie das gleiche Gefühl erleben: „An viele weitere Urlaube mit dem Wohnmobil kann ich mich gut erinnern, als das Wohnmobil altersbedingt verkauft wurde, mieteten wir moderne Wohnmobile und fuhren nach Norwegen, Schweden oder Island. Das wollte ich mit meiner Familie eben auch erleben. Angeln in Schweden, Surfen in Frankreich, Eisessen in Italien. Und das am liebsten ewig lange. Wertvolle Familienzeit fern des stressigen Alltags.“

Campingwagen im Sand

Kleiner Wagen mit großer Wirkung: Das eigene Zuhause immer mit dabei!

Glamping für die Familie

Und obwohl ihr das Campen auch im Zelt Spaß machte, wollten sie und ihre Familie ein wenig mehr „Luxus“ auf dem Platz á la Glamping (Glamour-Camping), eben einen eignen kleinen mobilen Ort, wie einen Wohnwagen. „Camping ist im Moment ja in aller Munde, es gibt Campingplätze, die Luxus pur bieten, große Stellplätze für das 500.000,- Gefährt inklusive Strom, Wasser und TV-Anschluss sowie Kinderanimation, Sportmöglichkeiten etc. Auf so einem Club-Campingplatz (Jesolo International) sind wir gerade in Italien. Wer das Bad nicht teilen möchte, mietet sich ein eigenes, das auf Wunsch täglich gereinigt wird. Glamping ist hier das Stichwort, unser Wohnwagen ist so ziemlich der kleinste und älteste auf dem Platz. Aber es gibt sie auch noch, die alten kleinen Campingplätze direkt an einem See, mit Klohäusln aus den 70igern, mit einer Tischtennisplatte und Dauercampern.“

Camper an der kueste

Einfach mal kurz anhalten,wo es einem gefällt: Mit einem Wohnmobil oder -wagen geht das!

„Wir sind ruhiger geworden und als Familie enger zusammen gerückt.“

Zwei Wochenendausflüge hat Martinas Familie bereits mit dem Wohnwagen hinter sich und ist begeistert: „Die Kinder können mitbestimmen, wo´s hingeht, das finden sie toll. Man kann aber auch Deutschland kennen lernen, da man ja nicht weit fahren muss. Das Altmühltal war unsere erste Reise, wunderschön und doch so nah!“ Sie genießen die Ruhe, trotz dem im Urlaub sehr begrenzten Lebensraum im Wohnwagen. Es wird gespielt, gelesen und gequatscht und einen Fernseher braucht es beim Campingurlaub auch nicht.

Das Zuhause dabei

Während sich Martina an die Camper noch gewöhnen muss, die den ganzen Tag in Ihrem Vorzelt die Glotzkiste anstarren, gefällt es ihr besonders morgens, wenn alle noch schlafen auf dem Platz. Dann lauscht und beobachtet sie, wie der Platz langsam zum Leben erwacht und denkt dabei gar nicht allzu oft an zuhause.

Kinder im Zelt

Während die Kinder nachts bis in die Puppen wach sind, genießt Martina gerne die morgendliche Ruhe auf dem Campingplatz.

Kein Wunder, denn Dank des Wohnwagens fühlt es sich ja auch fast an wie das eigene Heim in klein: „Man hat sein Zuhause dabei, die Schränke sind mit dem Nötigsten gefüllt, die Schlafsäcke, Geschirr und Grundnahrungsmittel bleiben immer im Wohni. Man kann ihn ankuppeln und los düsen. Unsere Ausstattung ist mittlerweile recht gut geworden, wir sind auf Regen und Sonne vorbereitet. Auf Campingplätzen ist Kindern meist viel geboten, sie lernen sofort andere Kinder kennen, können rumlaufen und laut sein.“

4,35 Meter Platz

„Wir haben nur eine Sitzecke, die man nachts in eine 2x2m große Liegefläche umbauen kann. Eigentlich wollten wir für die Kinder ein Stockbett haben, aber unser Wohnwagen stand einfach sooo gut da, daß wir ihn auch ohne Stockbett genommen haben“, erzählt Martina und empfiehlt, je nach Alter der Kinder, für längere Urlaube ein extra Zelt für die Kinder mitzunehmen, was in der Nähe des Wohnwagens aufgeschlagen werden kann. „Hin und wieder gibt es deswegen Gemaule, aber dann schläft einer eben eine Nacht im Wohni und am nächsten Tag ist alles vergessen.“

Kinder im Zelt

MIt dem Schlafen im Zelt wird sich in Martinas Familie einfach abgewechselt!

Zur Organisation gibt Martina auch noch ein paar Tipps: „Da wir natürlich sehr begrenzte Staumöglichkeiten für Klamotten haben, funktionierten wir Hängegarderoben einfach für unsere Bedürfnisse um, damit einigermaßen Ordnung auf dem kleinen Raum herrscht (…). Unter dem Vorzelt haben wir eine Outdoor-Küche, dort ist auch unser ganzes Geschirr drin. Daher konnte ich einen Küchenschrank für meine Klamotten umfunktionieren (…) Das hochklappbare Waschbecken im Klo haben wir ausgebaut. Das wird eh nicht benutzt, da wir zum Waschen ins Klohäusl gehen. Den Platz nutzen wir nun, um unsere Kosmetikprodukte in kleinen Körbchen sortiert, aufzubewahren.“ Und die Schuhe? Die wurden einfach in Papp-Obstkisten vom Supermarkt vor der Tür gestapelt und bei Regen im Auto verstaut. Wie so ein typischer Campingurlaub bei Martina und ihrer Familie aussieht, könnt ihr euch hier ansehen:

Begeisterung auch bei den Kleinen?

„Die Kinder finden das Campen cool. Kaum ist man irgendwo angekommen, lernt man neue Freunde kennen.“ Aber das setzt vermutlich voraus, dass die Camping-Plätze was zu bieten haben. Kinder langweilen sich sonst schnell, deswegen „haben wir ja immer versucht, Campingplätze auszuwählen, die einiges zu bieten haben. So waren wir z.B. auf einem Bauernhof-Campingplatz,  auf dem es eine Spielscheune gab und man die Tiere füttern konnte.“ Da Eltern im Urlaub mehr Zeit haben mit ihren Kindern etwas zu unternehmen, sollte für das schlechte Wetter unbedingt eine Spielesammlung mitgenommen werden und das Essen für die Kinder ein Highlight sein: „Es wird oft gegrillt und es gibt Pancakes zum Frühstück. Und Ravioli aus der Dose, die lieben sie, und daheim gibt´s die eben nicht.“

Campingplatz

Martinas Kindern gefällt das Campen richtig gut – egal wo.

„Anderes Essen als daheim“

Der Campingurlaub beschränkt nicht nur den Platz, sondern auch die Essensauswahl: „Es muss schnell gehen, wenig Zutaten und wenig Arbeit machen und wenn´s geht auch wenig Töpfe und Geschirr in Anspruch nehmen“, meint Martina und erzählt weiter: „Ravioli, Nudeln, Grillerei gibt´s daher oft. Es gibt aber auch Fertiggerichte, gerne diese Nudelpfannen, bei denen man nur Wasser zu geben muss. Würde ich daheim nie machen. Aber aus der Campingschüssel schmecken sie einfach super.“ Während die Kinder zum Frühstück Pancakes kriegen, mögen es Martina und ihr Mann lieber ganz Camping-Old-School-mäßig: „Und für meinen Mann und mich gibt´s löslichen Kaffee! Das darf ich als Besitzerin einer Kaffeebar eigentlich nicht laut sagen, aber löslicher Kaffee ist so „back to the roots“ irgendwie. Haben meine Eltern damals auch schon immer getrunken.“

Kochen

Im Urlaub wird anders gekocht als im Alltag!

Zum Schluss gibt Martina allen Familiencampern noch ein paar Tipps gegen Langeweile bei Regen:

„Wir haben Spiele dabei. Monopoly, Hotel (haha!), Uno, Kniffel. Dazu Hörbücher auf dem iPod, und eine Staffel „Big Bang Theory“ auf dem Tablet. (…). Wenn es ganz langweilig wird kann man ja auch mal ins Vokabelheft schauen 🙂 Mein Mann und ich lesen viel, meine Tochter lag letztens auch fast einen ganzen Tag lang im Zelt, um ihr Buch fertig zu bekommen. Mein Sohn würde den ganzen Tag daddeln wenn man ihn ließe.“

Und in punkto Kleidung gibt es noch einen Rat hinterher: „Wenn man auf dem Campinglatz ankommt, sollte man unbedingt die Regenjacken und feste Schuhe im Auto haben, damit sie zur Hand sind. (…) Und das Vorzelt kann man nass einrollen und für den Transport in einer großen Mülltüte in die Duschwanne stellen. Daheim trocknen wir es dann in der Garage.“

Doch das Wichtigste für den Urlaub ist, dass man ihn auch als Urlaub begreift! Unternehmt viel zusammen, aber tut und lasst euch gegenseitig auch das machen, worauf ihr Lust habt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Martina für das Interview und die Bilder in der Bilderstrecke!

 

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Titelbild: istock.com/©viafilms
Sand mit Campingwagen: istock.com/©anyaberkut
Campingwagen an der Küste: istock.com/©panic_attack#
Kinder nachts im Zelt: istock.com/©viafilms
Zelt mit Füßen: istock.com/©IPGGutenbergUKLtd
Bildrechte Bilderstrecke: ©Martina Puchala von http://diekinderkueche.blogspot.de/
Campingplatz: istock.com/©leskas
Kochen: istock.com/©dtokar