Tipps für eine bessere Handschrift bei Schulkindern

von | Mai 4, 2017 | Kind & Kegel |

Viele Eltern sitzen mit gerunzelter Stirn über den Hausaufgaben ihrer Kinder und versuchen mühsam die Schrift ihrer Sprösslinge zu entziffern. Verschmierte Tinte, übermalte Ränder, unleserliche Schrift oder ein Dschungel durchgestrichener Wörter sind kein Lesevergnügen.

Verstärkt haben Jungen Probleme damit, sauber und ordentlich zu schreiben. Einigen gelingt es nicht, die Zeilen oder den Heftrand einzuhalten, andere können mit einem Füller nicht umgehen oder haben zahlreiche Kugelschreiberflecken auf der Kleidung. Die einzelnen Zeichen kippen mal nach rechts, mal nach links, so dass die Schriftrichtung dauernd variiert und der flüssige Übergang von einem Buchstaben zum anderen nicht funktioniert. Seit Jahren sind Lehrer und Pädagogen mit diesem Problem konfrontiert, und auch in der Forschung beschäftigt man sich mit diesem Phänomen. Oftmals wird allerdings auch diskutiert ob in der digitalen Zeit eine gute Handschrift noch notwendig ist. Für jedes Kind sollte es allerdings ein Ziel sein, leserlich zu schreiben, auch wenn Schulen heutzutage die Schüler nicht mehr anleiten, akkurate Schönschrift zu üben. Da aber in vielen Bundesländern Kopfnoten, die sich auf die Sorgfalt beziehen, eingeführt wurden, ist die äußere Form nach wie vor wichtig.

Damit dieses Ziel erreicht wird, haben wir einige Schritte zum Verbessern der Handschrift zusammengestellt. Zunächst müsset ihr euch ganz genau ansehen, welche Fehler euer Kind macht.

Motivation steigern

Um eurem Kind zu helfen, seine Motivation zu steigern, solltet ihr ihm zeigen, welche Vorteile eine lesbare und schöne Schrift bietet. Denn jedes Kind benötigt bei einem Schreib-Training Aufmunterung, Lob und Zuwendung. Dies kann zum Beispiel durch Schriftvergleiche von alten Heften zum Ausdruck gebracht werden und dient somit auch als Anreiz zum Schreiben mit der Hand. In der ersten Klasse kann noch kein Kind Weihnachtskarten schreiben, aber vielleicht ist es schon möglich, einen eigenen Wunschzettel zu formulieren, der ein tolles Andenken ist und unbedingt aufbewahrt werden sollte. Es können gute Gründe gefunden werden, mit Papier und Stift kleine Nachrichten zu schreiben, ohne das Kind zu überfordern. Wie wäre es, wenn euer Kind die Einkaufsliste schreibt, bevor es zum gemeinsamen Einkauf geht? Wenn der Füller nicht gerade zur Hand ist, ist es in Ordnung, wenn das Kind auch mal den Kuli dafür benutzen darf. Zu große Sorgen vor befleckten Klamotten solltet ihr dabei nicht haben, denn meist lassen sich Tinten- und Kugelschreiberflecken einfach entfernen.

Das Nutzen des Schreibens in der Schule kann so einfach zum Nutzen in der Freizeit erweitert werden, und euer Kind wird bald begeistert sein, dass es diese Art der Kommunikation verwenden kann.

Linien einhalten

Es ist sehr wichtig, exakt auf Linien zu schreiben. Hierbei eignet es sich, mit eurem Kind auf kariertem Papier schreiben zu üben, denn so ist es am einfachsten, die Größe der einzelnen Buchstaben einzuschätzen. Ebenso ist es ratsam, auf nicht zu hartem Untergrund zu üben. Am besten eignet sich hier der klassische Collegeblock. Die Kinder müssen außerdem weniger aufdrücken und Heft oder Blatt rutschen nicht weg. Beim Schreiben sollte darauf geachtet werden, dass die gesamte Handkante des Kindes auf dem Tisch liegt. Dies hilft den Arm zu kontrollieren und sicherzustellen, dass der Tisch oder die Oberfläche, auf dem das Kind schreibt, frei von Erschütterungen ist.

Stifthaltung

Ihr solltet die Stifthaltung eures Kindes überprüfen und diese gegebenenfalls korrigieren. Damit das Kind seine Handschrift verbessern kann, ist eine lockere Stifthaltung notwendig. Der Stift sollte locker auf dem ersten Glied des Mittelfingers liegen. Der Zeigefinger führt die Schreibbewegung, sodass ohne Druck geschrieben wird.

Kinder schreiben

Einige Kinder haben Schwierigkeiten bei der Stifthaltung, denn sie umklammern den Stift regelrecht oder fassen ihn mit zwei spitzen Fingern an. Hier gibt es einige Hilfsmittel, wie beispielweise Schreibhilfen aus Gummi, die über den Stift gestülpt werden und den kleinen Fingern Halt in der richtigen Position geben. Somit wird die richtige Fingerhaltung geübt, bis die Finger in der Lage sind, alleine die richtige Position zu finden.

Für Schreibanfänger ist es am einfachsten, mit Bleistiften zu schreiben. Diese gibt es in 15 verschiedenen Härtegraden. Ihr solltet beim Kauf in einen gut ausgestatteten Schreibwarenladen gehen, da es hier Bleistifte, Kugelschreiber und Schreibhilfen in verschiedenen Ausführungen gibt. Euer Kind sollte selbst ausprobieren, mit welcher Ausführung es am besten zurechtkommt. Je dicker der Stift ist, desto leichter ist diese Schreibhaltung erlernbar.

Allerdings sollte nicht nur an der Schrift gearbeitet werden, sondern auch an der Erwartungshaltung. Schreiben-üben ist ein Prozess, und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Eine schöne Schrift lässt sich nicht innerhalb von wenigen Tage erlernen.

Buchstaben schreiben

Buchstaben schreiben

Anhand der Übungstexte eures Kindes, könnt ihr analysieren, welche Buchstaben es noch falsch schreibt. Bei der Schreibschrift sind beispielsweise das Köpfchen-e und Schleifen-s in der vereinfachten Ausgangsschrift häufige Fehlerquellen. Diese sollten nach und nach geübt werden, jedoch nie alle auf einmal. Das Kind sollte ein bis zwei Buchstaben wählen, die ihm am schwierigsten erscheinen und versuchen, diese so oft wie möglich in die Schreibübungen mit einzubauen. Wenn das schon ohne Nachdenken funktioniert, dann kann der nächste Buchstabe hinzugenommen werden. Im Alltag kann die Kraftdosierung der Finger und Hände einfach und effektiv durch Teig kneten, mit Knete oder Ton Figuren formen, Papierflieger falten, mit Hammer und Nagel arbeiten, Holz mit Schleifpapier glätten oder Brot schmieren, gefördert werden. Diese Bewegungserfahrung wird durch die alltäglichen Fingerübungen im Gehirn gespeichert.

Der Lernprozess, eine schöne Handschrift zu entwickeln, sollte sensibel begleitet und eventuell mit passenden Hilfsmitteln unterstützt werden. Auch wenn die Handschrift immer stärker von der Benutzung elektronischer Medien im Kindesalter abgelöst wird, ist sie unverzichtbar und ist es lohnenswert, die Verbesserung der Handschrift zu üben – nicht nur um schlechte Noten zu vermeiden – sondern auch, um die Feinmotorik des Kindes zu fördern.

 

Bildnachweise:

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