Irgendwo haben ihn fast alle stehen: einen mehr oder weniger großen Karton, gefüllt mit kleinen Socken, mitgenommen aussehenden Teddybären und sonstigem Kleinkram aus lang vergangenen Zeiten. Solch ein ungeordnetes Sammelsurium löst bei uns oft angenehme Kindheitserinnerungen aus. Wenn es um den eigenen Nachwuchs geht, stellt sich allerdings die Frage: was hebe ich auf – und was nicht? Wir wollen euch heute drei Ideen vorstellen, wie ihr euch eure ganz eigenen Andenken an eure Kinder behalten könnt.

Alte Weidenkiste mit zwei Teddybären

1. Zeitkapseln: Die etwas andere Kinderkiste

Eine einfache, aber originelle Variante des klassischen Umzugskartons, in den man alles tut, was man unbedingt aufbewahren will: die Zeitkapsel. Der Gedanke dahinter ist, einen ganz bestimmten Moment oder Zeitraum festzuhalten – mit jenen Gegenständen, die diese Zeit besonders machten. Das kann zum Beispiel ein eingerahmtes Foto eures Neugeborenen sein, gemeinsam mit der Geburtsurkunde, dem ersten Strampler und dem ersten Schnuller. Oder ihr macht für jedes Jahr einen Karton mit den Dingen, die euch oder eurem Kind zu dieser Zeit besonders wichtig waren. Dann wird die Kapsel vergraben (oder gut versteckt) und zu einem vorher ausgemachten Zeitpunkt – z.B. dem 18. Geburtstag – wieder hervorgeholt. Eine simple Variante davon stellt Carsten auf seinem Vätertreffpunkt vor.

Was kann man in eine Zeitkapsel tun?

• Das erste Ultraschallbild

• Namensarmband aus der Geburtsklinik

• Erste Kleidungsstücke

• Erster Schnuller

• Erstes Paar Schuhe

• Liebstes Babyspielzeug

• Bastelarbeiten

• Kinderzeichnungen

• Lieblingsbücher

• Kuscheltiere

Baby Emin liegt mit Krone auf dem Kopf in einem Korb

Bloggerin Tea Kaya hat ihre eigenen Fotos von ihrem Nachwuchs gemacht. Wenn der kleine Emin einmal älter ist, wird er sich über diese tollen Aufnahmen garantiert freuen.

2. Memory Quilt: Aus Kleid mach Quilt

Für Eltern, die sich nicht zu schade sind, die Kleidungsstücke ihres Nachwuchses zu zerschneiden, gibt es einen recht jungen Trend aus den USA: „Baby Memory Quilts“. Das sind Steppdecken, die aus den Lieblingsstücken der Kleinen zusammengenäht wurden. Wer das entsprechende Kleingeld hat, kann so etwas in Auftrag geben (zum Beispiel bei dawanda). Mit etwas Geschick und der richtigen Anleitung könnt ihr euch aber auch ganz leicht eure eigene Erinnerungsdecke nähen. Wir haben eine gute (allerdings englische) Anleitung bei Martha Stewart gefunden. So oder so: Wo sonst habt ihr die Möglichkeit, die Kindheitsandenken eures Nachwuchses in eine kuschlige Decke zu verwandeln?

Memory-Quilt aus Babykleidung

So geht nichts verloren: Die Steppdecke aus alten Babykleidern. © flickr.com / Lucy Portsmouth

 

3. Foto-Doku: Den Lauf der Zeit sichtbar machen

An Babyfotos und -videos wird es wohl keinem Kind mangeln, das in unserer heutigen Zeit voller foto- und videofähiger Geräte aufgewachsen ist. Doch was wäre, wenn man nicht bloß ein Album – bzw. einen Speicherstick – voller Fotos macht, sondern das Ganze als langfristiges Projekt plant? Ihr müsst nur einmal pro Woche ein Foto von eurem Kind vor demselben Hintergrund – und, soweit möglich, in derselben Position – schießen. Über die Jahre verwandelt sich das Ganze dann in einen kleinen Film, der euch im Zeitraffer das Aufwachsen der kleinen Person zeigt – noch schneller, als einem das eh schon vorkommt. Ein holländischer Vater hat das auf eindrucksvolle Weise in Videoform mit seiner inzwischen vierzehnjährigen Tochter demonstriert:

Das waren drei Anregungen von uns, die Andenken an eure Kleinen kreativ zu gestalten. Ebenso, wie der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, sind wir uns aber sicher, dass es noch viele weitere tolle Ideen dazu gibt. Vielleicht habt ihr ja noch etwas, von dem ihr uns in den Kommentaren erzählen wollt? Wir freuen uns über eure Gedanken!

Bilder:

© iStock.com / JoannaBoiadjieva

© kayashionista.com

© flickr.com / Lucy Portsmouth